Planung

Rettungszeichen nachleuchtend oder beleuchtet? Der Vergleich

8 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbH
Kurz gesagt

Langnachleuchtende Rettungszeichen speichern Licht und leuchten nach einem Stromausfall ohne eigene Energiequelle nach, werden dabei aber stetig dunkler; beleuchtete Rettungszeichen werden von einer Rettungszeichenleuchte mit Akku oder Zentralbatterie für die gesamte Bemessungsbetriebsdauer konstant hinterleuchtet. Wo eine Sicherheitsbeleuchtung gefordert ist, müssen Rettungszeichen in der Regel elektrisch beleuchtet sein. Langnachleuchtende Zeichen sind dort üblich, wo keine Sicherheitsbeleuchtung verlangt wird, oder als Ergänzung, etwa in bodennahen Leitsystemen.

Was ist ein langnachleuchtendes Rettungszeichen?

Ein langnachleuchtendes Rettungszeichen ist ein Schild mit Pigmenten, die Licht aufnehmen und nach Ausfall der Beleuchtung als Nachleuchten wieder abgeben. Das Prinzip heißt Photolumineszenz. Die grüne Fläche bleibt dabei in der Regel bedruckt, die weißen bzw. hellen Flächen leuchten nach. Das Schild benötigt keinen Stromanschluss und keine Batterie.

Wie gut ein Produkt nachleuchtet, wird in Deutschland nach DIN 67510 gemessen und gekennzeichnet. Die Norm beschreibt, wie die Nachleuchtdichte nach festgelegten Zeitpunkten nach dem Abschalten der Anregung bestimmt wird. Daraus ergibt sich eine Einstufung, die Hersteller auf dem Produkt bzw. im Datenblatt angeben.

Zwei Eigenschaften sind für die Planung entscheidend:

  • Aufladung: Das Zeichen leuchtet nur nach, wenn es zuvor ausreichend lange und hell genug beleuchtet wurde. In dunklen Bereichen oder bei abgeschalteter Allgemeinbeleuchtung lädt es sich nicht auf. Auch die Lichtart kann eine Rolle spielen; maßgeblich sind die Herstellerangaben zur erforderlichen Anregung.
  • Abklingen: Die Leuchtdichte ist kurz nach dem Lichtausfall am höchsten und nimmt danach kontinuierlich ab. Eine konstante Leuchtdichte über eine oder drei Stunden kann ein nachleuchtendes Zeichen nicht liefern.

Was ist ein beleuchtetes Rettungszeichen?

Beim beleuchteten Rettungszeichen sorgt eine elektrische Lichtquelle dafür, dass das Zeichen bei Stromausfall erkennbar bleibt. Es gibt zwei Varianten:

  • Hinterleuchtet (innenbeleuchtet): Das Piktogramm ist Teil einer Rettungszeichenleuchte und wird von innen durchleuchtet. Umgangssprachlich heißt sie Notausgangsleuchte.
  • Angestrahlt (außenbeleuchtet): Ein Schild wird von einer nahen Sicherheitsleuchte beleuchtet.

Die Energie im Notbetrieb liefert entweder ein Akku in der Leuchte (Einzelbatteriesystem) oder eine Zentralbatterieanlage. Die Leuchte muss die Anforderungen der DIN EN 1838 für die gesamte Bemessungsbetriebsdauer einhalten, also etwa eine Leuchtdichte der grünen Fläche von mindestens 2 cd/m² und einen Kontrast Weiß zu Grün zwischen 5 : 1 und 15 : 1. Die Bemessungsbetriebsdauer beträgt mindestens 1 Stunde, in vielen Gebäuden 3 Stunden, siehe Bemessungsbetriebsdauer.

Wann genügen langnachleuchtende Rettungszeichen?

In Arbeitsstätten verlangt die ASR A2.3, Fluchtwege und Notausgänge zu kennzeichnen; die ASR A1.3 regelt die Gestaltung der Zeichen. Ist keine Sicherheitsbeleuchtung gefordert, etwa in kleineren Arbeitsstätten mit kurzen, übersichtlichen Fluchtwegen, genügen oft nicht elektrisch beleuchtete Schilder. Damit sie bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung erkennbar bleiben, werden sie in der Praxis meist langnachleuchtend ausgeführt.

Typische Einsatzbereiche:

  • Arbeitsstätten ohne Pflicht zur Sicherheitsbeleuchtung, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies zulässt,
  • Ergänzung einer vorhandenen Sicherheitsbeleuchtung, etwa an Treppenstufen, Handläufen oder Türrahmen,
  • bodennahe Sicherheitsleitsysteme, die bei Verrauchung unterhalb der Rauchschicht sichtbar bleiben,
  • Kennzeichnung von Brandschutzeinrichtungen und Fluchtplänen in langnachleuchtender Ausführung.

Voraussetzung ist immer, dass die Allgemeinbeleuchtung die Zeichen im Normalbetrieb ausreichend auflädt.

Wann müssen Rettungszeichen beleuchtet sein?

Die Faustregel lautet: Wo eine Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege gefordert ist, müssen auch die Rettungszeichen bei Stromausfall elektrisch beleuchtet sein. Langnachleuchtende Zeichen ersetzen die beleuchteten Zeichen dort in der Regel nicht, sondern ergänzen sie.

Eine Sicherheitsbeleuchtung ist in der Regel gefordert in:

  • Sonderbauten wie Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Beherbergungsstätten, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und Hochhäusern,
  • Arbeitsstätten, in denen die Gefährdungsbeurteilung eine Sicherheitsbeleuchtung ergibt, etwa bei großer Ausdehnung, vielen ortsunkundigen Personen oder Bereichen mit besonderer Gefährdung,
  • Gebäuden, für die Baugenehmigung oder Brandschutzkonzept eine Sicherheitsbeleuchtung festlegen.

In vielen Sonderbauten werden Rettungszeichenleuchten zudem in Dauerschaltung betrieben, leuchten also auch bei intakter Netzversorgung. Ob für Ihr Gebäude eine Pflicht besteht, erläutert der Beitrag Wann ist Notbeleuchtung Pflicht?.

Wichtig: Maßgeblich sind immer Baugenehmigung, Brandschutzkonzept, Sonderbauvorschriften und in Arbeitsstätten die Gefährdungsbeurteilung. Die Entscheidung „nachleuchtend genügt“ sollte dort nachvollziehbar dokumentiert sein.

Wie weit sind die Zeichen erkennbar?

Für elektrisch beleuchtete Zeichen gibt die DIN EN 1838 die Formel d = z × h vor: Erkennungsweite gleich Distanzfaktor mal Piktogrammhöhe. Für hinterleuchtete Zeichen gilt z = 200, für angestrahlte z = 100.

Piktogrammhöhe hAngestrahlt (z = 100)Hinterleuchtet (z = 200)
10 cm10 m20 m
15 cm15 m30 m
20 cm20 m40 m

Langnachleuchtende Zeichen fallen nicht unter diesen Distanzfaktor der DIN EN 1838. Für nicht elektrisch beleuchtete Zeichen enthält die ASR A1.3 eigene Angaben zur Zeichengröße in Abhängigkeit von der Erkennungsweite. In der Praxis gilt: Ein nachleuchtendes Schild ist bei gleicher Größe deutlich weniger weit erkennbar als ein hinterleuchtetes, und seine Erkennbarkeit nimmt mit der Zeit nach dem Lichtausfall ab. Für lange Flure und große Hallen sind deshalb größere Schilder oder geringere Abstände nötig. Die Berechnung für beleuchtete Zeichen zeigt Rettungszeichen: Erkennungsweite und Platzierung.

Vergleichstabelle: nachleuchtend oder beleuchtet

KriteriumLangnachleuchtendBeleuchtet (hinterleuchtet)
Energiequellegespeichertes UmgebungslichtAkku in der Leuchte oder Zentralbatterie
Leuchtdichte im Notfallanfangs am höchsten, nimmt stetig abkonstant über die Bemessungsbetriebsdauer
Norm für die MessungDIN 67510DIN EN 1838, DIN EN 60598-2-22
Erkennungsweitegeringer, abhängig von Größe und Zeitd = 200 × h, z. B. 30 m bei 15 cm
Voraussetzungausreichende Allgemeinbeleuchtung zur AufladungNetzanschluss
Erfüllt Pflicht zur Sicherheitsbeleuchtungin der Regel neinja
PrüfungSichtkontrolle, Sauberkeit, Aufladungmonatlicher Funktionstest, jährlicher Betriebsdauertest
Verschleißteilekeine elektrischen; Alterung und VerschmutzungAkku, mind. 5 Jahre Lebensdauer bei LiFePO4
Änderung bei Umbauneues SchildPiktogramm-Folie tauschen, je nach Leuchte

Was kosten Anschaffung und Wartung?

Langnachleuchtende Schilder sind in der Anschaffung günstig und benötigen keine Elektroinstallation. Laufende Kosten entstehen kaum, wohl aber Aufwand für regelmäßige Sichtkontrollen, Reinigung und den Austausch beschädigter oder vergilbter Schilder. Ein versteckter Kostenpunkt ist die Allgemeinbeleuchtung: Bereiche, die nachts oder am Wochenende dunkel bleiben, laden die Zeichen nicht auf.

Rettungszeichenleuchten kosten mehr, weil Leuchte, Montage und Elektroinstallation anfallen. Hinzu kommen die Prüfungen nach DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2024-10 – monatlicher Funktionstest und jährlicher Betriebsdauertest – sowie der Akkutausch. Bei selbstprüfenden Leuchten laufen diese Tests automatisch; die NOTLUX Rettungszeichenleuchte der Serie 19 testet sich selbst, protokolliert die Ergebnisse per Bluetooth und App und hat einen austauschbaren LiFePO4-Akku mit einer Lebensdauer von mindestens 5 Jahren. Einen Überblick über die Kostenfaktoren gibt Kosten der Notbeleuchtung.

Welche Lösung in Ihrem Objekt gefordert und sinnvoll ist, klären wir bei einer Bestandsaufnahme vor Ort – Anfrage über Kontakt.

Häufige Fragen

Reichen nachleuchtende Notausgangsschilder aus?

Wo keine Sicherheitsbeleuchtung gefordert ist, sind langnachleuchtende Schilder eine übliche Lösung. Wo eine Sicherheitsbeleuchtung vorgeschrieben ist, ersetzen sie beleuchtete Rettungszeichen in der Regel nicht, sondern ergänzen sie.

Wie lange leuchten nachleuchtende Rettungszeichen?

Die Leuchtdichte ist unmittelbar nach dem Lichtausfall am höchsten und nimmt dann kontinuierlich ab. Wie hell ein Zeichen nach einer bestimmten Zeit noch ist, hängt von Pigment, Aufladung und Produktklasse ab und wird nach DIN 67510 gemessen.

Was bedeutet DIN 67510?

Die DIN 67510 regelt in Deutschland die Messung und Kennzeichnung langnachleuchtender Pigmente und Produkte. Sie beschreibt, wie die Nachleuchtdichte nach festgelegten Zeiten bestimmt wird, und bildet damit die Grundlage für Produktangaben.

Müssen nachleuchtende Schilder geprüft werden?

Eine elektrische Prüfung entfällt, eine regelmäßige Sichtkontrolle ist aber sinnvoll: Sind die Schilder vorhanden, sauber, unbeschädigt und werden sie ausreichend beleuchtet? Verblasste oder verschmutzte Schilder sollten ersetzt werden.

Darf ich Rettungszeichenleuchten durch nachleuchtende Schilder ersetzen?

Nur wenn keine Sicherheitsbeleuchtung gefordert ist und Baugenehmigung, Brandschutzkonzept und Gefährdungsbeurteilung dies zulassen. In Sonderbauten und bei vorgeschriebener Sicherheitsbeleuchtung ist das in der Regel nicht zulässig.

NOTLUX Symbol
Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbHFachredaktion für Not- und Sicherheitsbeleuchtung
NOTLUX

Notbeleuchtung ohne Sorgen.

Leuchten, Installation und Wartung aus einer Hand – jede Prüfung digital per App dokumentiert. Wir starten mit einer kostenlosen Vor-Ort-Aufnahme und DIN-konformer Planung.

Angebot anfragenin 30 Sekunden