Die Anzeige-LED einer Notleuchte zeigt den Betriebszustand: Grün dauerhaft bedeutet in der Regel betriebsbereit und geladen, grün blinkend meist Ladevorgang oder laufender Test, Rot oder Gelb – blinkend oder dauerhaft – eine Störung oder einen fälligen Test. Eine einheitliche Farbcodierung für alle Hersteller gibt es nicht; verbindlich ist das Datenblatt oder die Anleitung der jeweiligen Leuchte. Unterwiesene Personen dürfen die Anzeige ablesen, die Prüftaste bedienen und das Ergebnis dokumentieren – die Ursache beheben darf nur eine Elektrofachkraft.
Was ist die Anzeige an einer Notleuchte?
Die Anzeige (Status-LED, Ladekontrollanzeige) ist eine kleine Leuchtdiode am Gehäuse einer Notleuchte mit Einzelbatterie, die meldet, ob Netzversorgung, Akku, Leuchtmittel und Selbsttest in Ordnung sind. Sie ist das wichtigste Hilfsmittel der Sichtkontrolle: Wer durch das Gebäude geht, erkennt ohne Werkzeug, ob eine Leuchte einsatzbereit ist.
Bei Leuchten mit automatischer Prüfeinrichtung nach DIN EN 62034 zeigt die LED zusätzlich das Ergebnis der Funktions- und Betriebsdauertests. Leuchten an einer Zentral- oder Gruppenbatterieanlage haben oft keine eigene Anzeige; Störungen werden dann am Zentralgerät gemeldet. Wie automatische Tests funktionieren, erklärt der Artikel Selbsttest bei Notleuchten.
Was bedeuten die Farben und Blinkmuster?
Die folgende Übersicht zeigt typische Bedeutungen, wie sie viele Hersteller verwenden. Sie ersetzt nicht den Blick ins Datenblatt Ihrer Leuchte.
| Anzeige | Typische Bedeutung | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Grün dauerhaft | Netz vorhanden, Akku geladen, letzter Test bestanden | Nichts, bei Rundgängen weiter kontrollieren |
| Grün blinkend | Je nach Hersteller: Akku wird geladen, Test läuft oder Leuchte im Ruhe-/Sperrmodus | Ladezeit abwarten, danach erneut ablesen |
| Grün aus | Keine Netzspannung an der Leuchte, Ladeschaltung oder LED defekt | Prüfen lassen |
| Rot blinkend | Störung erkannt, häufig Akku schwach oder Dauertest nicht bestanden | Dokumentieren, zeitnah beheben lassen |
| Rot dauerhaft | Schwerer Fehler, häufig Leuchtmittel defekt oder Akku nicht angeschlossen | Dokumentieren, umgehend beheben lassen |
| Gelb/Orange blinkend oder dauerhaft | Je nach Hersteller: Akkufehler, Leuchtmittelfehler, Test überfällig oder verschoben | Datenblatt prüfen, meist Fachkraft beauftragen |
| Rot und grün im Wechsel | Je nach Hersteller: Testmodus, Adressierung, Inbetriebnahme oder kombinierte Fehlermeldung | Datenblatt prüfen |
| Piepton | Bei manchen Leuchten oder Zentralen: akustische Störungsmeldung | Ursache ablesen, Fachkraft beauftragen |
Viele Hersteller unterscheiden über das Blinkmuster – schnell oder langsam, Anzahl der Impulse, Pausen –, ob der Akku, das Leuchtmittel oder die Elektronik betroffen ist. Andere arbeiten mit zweifarbigen LEDs, zeigen nur „in Ordnung“ und „Fehler“ an oder geben den genauen Fehlercode erst über eine App oder ein Bussystem aus. Dieselbe Anzeige kann bei zwei Herstellern also unterschiedliche Dinge bedeuten.
Praxistipp: Legen Sie für jeden Leuchtentyp im Gebäude die LED-Legende aus dem Datenblatt ins Prüfbuch. Typenbezeichnung und Hersteller stehen meist auf dem Typenschild im Gehäuse oder auf der Rückseite.
Was bedeutet Rot im Detail?
Eine rote Anzeige ist fast immer ein Mangel an einer sicherheitstechnischen Anlage. Die häufigsten Ursachen sind ein gealterter Akku, ein defektes Leuchtmittel, ein Ladefehler oder ein fehlgeschlagener beziehungsweise überfälliger Selbsttest. Ausführlich mit Ursachen, Sofortmaßnahmen und Übergangslösungen behandelt das der Artikel Notleuchte blinkt rot: Bedeutung und was tun.
Kurz zusammengefasst: Rot nicht ignorieren, nicht durch Aus- und Einschalten „wegdrücken“, sondern dokumentieren und von einer Elektrofachkraft klären lassen. Wer eine Leuchte nur zurücksetzt, löscht die Anzeige, behebt aber nicht die Ursache – spätestens beim nächsten Test kehrt der Fehler zurück.
Wann ist eine ungewohnte Anzeige kein Fehler?
Nicht jede Abweichung von Grün bedeutet einen Defekt. Typische harmlose Situationen:
- Nach einem Stromausfall: Die Leuchte hat ihren Akku entladen und lädt nach. Notleuchten sind üblicherweise darauf ausgelegt, innerhalb von 24 Stunden wieder ihre volle Bemessungsbetriebsdauer zu erreichen.
- Nach Neuinstallation oder Akkutausch: Viele Leuchten zeigen zunächst Laden oder einen Fehler, bis der Akku voll ist und ein erster Test erfolgreich war.
- Während eines automatischen Tests: Der Funktionstest dauert Sekunden bis Minuten, der Dauertest so lange wie die Bemessungsbetriebsdauer, etwa eine oder drei Stunden.
Bleibt die Anzeige nach der vom Hersteller angegebenen Ladezeit oder nach dem Testende auffällig, ist es ein Fall für die Fachkraft.
Wie signalisieren NOTLUX-Leuchten ihren Status?
Bei NOTLUX-Leuchten der Serie 19 gilt folgende Logik:
| Anzeige | Bedeutung bei NOTLUX |
|---|---|
| Grün | Betriebsbereit: geladen und einsatzbereit |
| Blinkt rot | Fehler erkannt: Der Selbsttest hat einen Fehler gefunden, oft Akku, Leuchtmittel oder Elektronik. Im Notfall bleibt die Leuchte womöglich dunkel. |
| Dauerhaft rot | Störung: Die Leuchte ist nicht einsatzbereit, etwa weil der Akku nicht mehr lädt. |
Die Leuchten testen sich nach EN 50172 und EN 62034 selbst; die Ergebnisse lassen sich zusätzlich per Bluetooth und App auslesen und als Prüfprotokoll exportieren. So steht neben der Farbe der LED auch die konkrete Fehlerursache zur Verfügung. Verbindlich für Einzelheiten ist das Datenblatt der jeweiligen Leuchte.
Was darf der Betreiber selbst tun – und was nicht?
Die Anzeige ablesen ist keine Arbeit an der elektrischen Anlage. Deshalb dürfen unterwiesene Personen – etwa Hausmeister, Haustechnik oder Empfangspersonal nach einer Unterweisung – folgende Aufgaben übernehmen:
- Anzeigen bei Rundgängen ablesen und Auffälligkeiten melden.
- Die vom Hersteller vorgesehene Prüftaste oder Prüffunktion bedienen, etwa bei der monatlichen Funktionsprüfung.
- Ergebnisse, Datum, Leuchtennummer und Anzeigebild ins Prüfbuch eintragen.
- Kontrollieren, ob Leuchten und Rettungszeichen sichtbar, unbeschädigt und nicht verdeckt sind.
Nicht erlaubt sind dagegen das Öffnen von Leuchten, der Akkutausch, das Schalten von Stromkreisen oder die Fehlersuche an der Elektronik. Diese Arbeiten gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Wer was darf, zeigt die Tabelle im Artikel Wer darf Notbeleuchtung prüfen?.
Was gehört ins Prüfbuch?
Jede auffällige Anzeige ist zu dokumentieren, auch wenn sie sich später als Ladevorgang herausstellt. Sinnvoll sind diese Angaben:
- Datum und Uhrzeit, Leuchtennummer und Standort.
- Genaues Anzeigebild: Farbe, dauerhaft oder blinkend, Blinkmuster, Piepton.
- Mögliche Vorgeschichte, etwa Stromausfall, Akkutausch oder Elektroarbeiten.
- Beauftragte Fachkraft, Maßnahme, Datum der Behebung und Ergebnis des Nachtests.
Ein fehlgeschlagener Dauertest ist ein Mangel und muss nach ASR A2.3 unverzüglich sachgerecht beseitigt werden. Wie oft welche Prüfung fällig ist, steht im Artikel Prüffristen für Notbeleuchtung, den Aufbau eines prüffähigen Prüfbuchs erklärt Prüfbuch für Notbeleuchtung.
Häufige Fragen
Was bedeutet eine grün leuchtende Notleuchte?
Eine dauerhaft grüne Anzeige bedeutet bei den meisten Herstellern: Netzspannung vorhanden, Akku geladen, letzter Test bestanden. Die Leuchte ist betriebsbereit. Eine grüne LED ersetzt aber nicht die vorgeschriebenen Prüfungen.
Ist eine grün blinkende Notleuchte defekt?
Meist nicht. Grünes Blinken steht bei vielen Herstellern für einen Ladevorgang oder einen laufenden Test, bei manchen auch für einen Ruhe- oder Sperrmodus. Blinkt die Leuchte auch nach der vom Hersteller angegebenen Ladezeit noch, sollte sie geprüft werden.
Was bedeutet eine gelbe oder orange Anzeige?
Gelb oder Orange wird je nach Hersteller für einen Akku- oder Leuchtmittelfehler, einen überfälligen oder verschobenen Test verwendet. Eine allgemeingültige Bedeutung gibt es nicht. Maßgeblich ist das Datenblatt der Leuchte.
Warum piept meine Notleuchte?
Manche Notleuchten und viele Zentralgeräte melden Störungen zusätzlich akustisch. Der Piepton weist auf einen Fehler hin, dessen Art an der Anzeige oder in der App abzulesen ist. Den Fehler sollte eine Elektrofachkraft beheben.
Darf der Hausmeister die Prüftaste drücken?
Ja, als unterwiesene Person darf er die vom Hersteller vorgesehene Prüftaste bedienen, Anzeigen ablesen und das Ergebnis ins Prüfbuch eintragen. Leuchten öffnen, Akkus tauschen oder Fehler beheben darf er nicht.
Leuchtet die Anzeige auch bei Leuchten an einer Zentralbatterie?
Oft nicht. Bei Zentral- und Gruppenbatterieanlagen sitzt die Störungsanzeige meist am Zentralgerät, die einzelnen Leuchten haben dann keine eigene Status-LED. Je nach Prüfgrundlage sind die Anzeigen der Zentrale täglich abzulesen.
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