Technik

Akku der Notleuchte: Typen, Lebensdauer und Austausch

7 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbH
Kurz gesagt

Der Akku einer Notleuchte ist ein Verschleißteil: Er verliert mit den Jahren Kapazität und muss getauscht werden, bevor die Leuchte ihre Bemessungsbetriebsdauer nicht mehr schafft. Üblich sind Nickel-Cadmium (NiCd), Nickel-Metallhydrid (NiMH) sowie Lithium-Akkus, vor allem Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4). LiFePO4 gilt als besonders langlebig, thermisch stabil und frei von Memory-Effekt, NiCd wird wegen des giftigen Cadmiums zunehmend verdrängt.

Welche Aufgabe hat der Akku in einer Notleuchte?

Ein Notleuchten-Akku ist ein wiederaufladbarer Energiespeicher in einer Leuchte mit Einzelbatterie, der bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung das Leuchtmittel für die Bemessungsbetriebsdauer versorgt. Im Normalbetrieb hängt die Leuchte am Netz, die Ladeelektronik hält den Akku voll. Fällt das Netz aus, schaltet die Leuchte automatisch auf Akkubetrieb um.

Daraus ergibt sich eine besondere Belastung: Der Akku wird jahrelang dauerhaft geladen gehalten, oft bei erhöhter Temperatur im Gehäuse, und nur selten entladen – meist nur beim jährlichen Betriebsdauertest. Welche Akkutechnik diese Bedingungen gut verträgt, entscheidet über Lebensdauer und Wartungsaufwand. Bei Anlagen mit Zentral- oder Gruppenbatterie sitzt der Energiespeicher dagegen zentral; den Systemvergleich finden Sie unter Einzelbatterie oder Zentralbatterie.

Welche Akkutypen gibt es?

EigenschaftNiCdNiMHLiFePO4Li-Ion (z. B. NMC)
Typische Lebensdauer in Notleuchtenmittelmittellangmittel bis lang
Verhalten bei Wärmerobustempfindlich, altert schnellergutWärme beschleunigt Alterung
Verhalten bei KältegutmäßigLaden unter 0 °C eingeschränktLaden unter 0 °C eingeschränkt
Memory-Effektausgeprägt möglichgering (Lazy-Battery-Effekt)praktisch keinerpraktisch keiner
Thermische Sicherheithochhochsehr hoch unter den Lithium-Typengeringer, Schutzelektronik zwingend
Energiedichteniedrigmittelmittelhoch
Umweltenthält giftiges Cadmiumohne Cadmiumohne Cadmium und Kobaltohne Cadmium, teils Kobalt und Nickel

Die Werte sind qualitativ. Die tatsächliche Lebensdauer hängt stark von Zellqualität, Ladeelektronik und Umgebungstemperatur ab; verbindlich sind die Angaben im Datenblatt der jeweiligen Leuchte.

Nickel-Cadmium (NiCd)

NiCd war über Jahrzehnte der Standard in Notleuchten: robust, tolerant gegenüber Dauerladung und hohen Temperaturen. Der Nachteil ist das Cadmium, ein giftiges Schwermetall. In der EU ist Cadmium in Gerätebatterien weitgehend verboten; Notbeleuchtung war lange von einer Ausnahme erfasst. Ob und wie lange diese Ausnahme unter der neuen EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 fortgilt, sollten Sie im Einzelfall prüfen. In Neuanlagen spielt NiCd kaum noch eine Rolle.

Nickel-Metallhydrid (NiMH)

NiMH kommt ohne Cadmium aus und speichert mehr Energie im gleichen Volumen. Dafür reagiert die Technik empfindlicher auf Wärme und Dauerladung. In warmen Einbausituationen altert ein NiMH-Akku spürbar schneller.

Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4)

LiFePO4 ist eine Lithium-Ionen-Variante mit Eisenphosphat als Kathodenmaterial. Sie gilt als thermisch besonders stabil, verträgt viele Lade- und Entladezyklen, hat praktisch keinen Memory-Effekt und eine geringe Selbstentladung. Wie alle Lithium-Akkus braucht sie eine passende Lade- und Schutzelektronik (Batteriemanagement). Bei Kälte ist das Laden eingeschränkt, was bei Leuchten in ungeheizten Bereichen zu beachten ist.

Andere Lithium-Ionen-Akkus

Klassische Li-Ion-Zellen, etwa mit NMC-Kathode, bieten die höchste Energiedichte und erlauben sehr kompakte Bauformen, zum Beispiel in Notstromtreibern. Sie stellen höhere Anforderungen an die Schutzelektronik und reagieren empfindlicher auf Überladung und Wärme als LiFePO4.

Wie lange hält ein Notleuchten-Akku?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Klassische NiCd- und NiMH-Akkus in Notleuchten sind häufig auf eine Gebrauchsdauer von rund vier Jahren ausgelegt; in der Praxis werden sie oft nach vier bis fünf Jahren getauscht. Lithium-Akkus, insbesondere LiFePO4, erreichen bei passender Ladeelektronik und moderaten Temperaturen deutlich längere Laufzeiten.

Den größten Einfluss hat die Temperatur. Eine Faustregel aus der Batterietechnik lautet: Jede dauerhafte Temperaturerhöhung beschleunigt die chemische Alterung. Leuchten unter Dächern, in Heizungsräumen oder in schlecht belüfteten Deckeneinbauten verlieren daher schneller Kapazität als Leuchten in klimatisierten Fluren.

Warum verliert der Akku Kapazität – und warum ist das kritisch?

Jeder Akku verliert über die Jahre Kapazität, auch wenn er kaum benutzt wird. Für die Notbeleuchtung ist das entscheidend, weil die Leuchte nicht nur „irgendwie“ leuchten muss, sondern über die volle Bemessungsbetriebsdauer – also zum Beispiel eine oder drei Stunden. Welche Dauer gefordert ist, erklärt der Artikel Betriebsdauer der Notbeleuchtung.

Ein Akku, der bei Inbetriebnahme drei Stunden schafft, liefert nach einigen Jahren womöglich nur noch zwei. Die Leuchte zeigt im Alltag weiterhin Grün, die monatliche Funktionsprüfung fällt positiv aus – erst der jährliche Betriebsdauertest deckt den Mangel auf. Deshalb ist dieser Test nach DIN EN 50172 und DIN VDE V 0108-100-1 vorgeschrieben, siehe Prüffristen für Notbeleuchtung.

Praxistipp: Werten Sie die Ergebnisse der jährlichen Betriebsdauertests über die Jahre aus. Wenn Leuchten eines Baujahrs die Bemessungsbetriebsdauer nur noch knapp erreichen, planen Sie den Akkutausch für die ganze Gruppe, statt auf einzelne Ausfälle zu warten.

Wann und wie wird der Akku getauscht?

Ein Tausch ist fällig, wenn der Betriebsdauertest nicht bestanden wird, die Status-LED einen Akkufehler meldet oder das vom Hersteller angegebene Tauschintervall erreicht ist. Was eine rote Anzeige bedeutet, steht im Artikel Notleuchte blinkt rot.

Beim Tausch kommt es auf einige Punkte an:

  • Nur freigegebene Ersatzakkus verwenden: Typ, Spannung, Kapazität und Anschluss müssen der Herstellerangabe entsprechen. Ein anderer Akku kann die Ladeelektronik überfordern oder die Bemessungsbetriebsdauer verfehlen.
  • Arbeiten durch eine Elektrofachkraft: Die Leuchte ist Teil einer sicherheitstechnischen Anlage.
  • Datum dokumentieren: Tauschdatum im Prüfbuch und idealerweise auf einem Aufkleber in der Leuchte festhalten.
  • Ladezeit einplanen: Nach dem Tausch braucht der Akku Zeit zum Laden. Notleuchten sind üblicherweise darauf ausgelegt, innerhalb von 24 Stunden wieder ihre volle Betriebsdauer zu erreichen.
  • Funktion nachweisen: Nach der Ladung einen Funktionstest durchführen und dokumentieren.

In NOTLUX-Leuchten steckt ein austauschbarer LiFePO4-Akku mit einer Lebensdauer von mindestens fünf Jahren. Akkus sind Verschleißteile und von der Produktgarantie ausgenommen; im NOTLUX Wartungsvertrag ist der Austausch aller Akkus im 5. bis 6. Jahr enthalten.

Wie werden alte Notleuchten-Akkus entsorgt?

Akkus gehören nicht in den Restmüll. In Deutschland regelt das Batterierecht – lange das Batteriegesetz (BattG), inzwischen das Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG) zur Umsetzung der EU-Batterieverordnung – die Rücknahme. Vertreiber und Hersteller sind zur Rücknahme verpflichtet; gewerbliche Mengen werden häufig über den Wartungsdienstleister oder den Hersteller zurückgeführt. Lithium-Akkus sollten vor dem Transport an den Polen abgeklebt werden, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Die genauen Pflichten hängen von Menge und Akkutyp ab; im Zweifel fragen Sie Ihren Entsorger.

Häufige Fragen

Wie oft muss der Akku einer Notleuchte gewechselt werden?

Das hängt von Akkutyp, Temperatur und Herstellerangabe ab. NiCd- und NiMH-Akkus werden häufig nach etwa vier bis fünf Jahren getauscht, LiFePO4-Akkus halten bei geeigneter Elektronik meist deutlich länger. Spätestens wenn der jährliche Betriebsdauertest nicht mehr bestanden wird, ist ein Tausch nötig.

Welcher Akku ist für Notleuchten am besten?

Für Neuanlagen hat sich LiFePO4 weitgehend durchgesetzt: lange Lebensdauer, hohe thermische Stabilität, kein Memory-Effekt und kein Cadmium. Entscheidend ist aber das Zusammenspiel aus Akku, Ladeelektronik und Einbausituation.

Darf ich einen NiCd-Akku durch einen Lithium-Akku ersetzen?

Nur, wenn der Hersteller der Leuchte das ausdrücklich freigibt. Lithium-Akkus brauchen eine andere Ladeelektronik. Ein Akku, der nicht zur Elektronik passt, kann überladen werden oder die Bemessungsbetriebsdauer verfehlen.

Woran erkenne ich, dass der Akku schwach ist?

Typische Hinweise sind eine rote oder gelbe Status-LED, ein nicht bestandener Betriebsdauertest oder eine Leuchte, die im Test vorzeitig abschaltet. Bei selbstprüfenden Leuchten erscheint der Fehler zusätzlich im Prüfprotokoll.

Muss ein neuer Akku erst eingelernt werden?

Viele Leuchten zeigen nach dem Tausch zunächst einen Ladevorgang oder Fehler an, bis der Akku voll ist. Danach sollte ein Funktionstest erfolgen. Ob ein zusätzlicher Reset nötig ist, steht in der Anleitung des Herstellers.

Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbHFachredaktion für Not- und Sicherheitsbeleuchtung
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