Eine Einzelbatterieleuchte ist eine Notleuchte mit eigenem Akku, Lade- und Steuerelektronik und LED-Leuchtmittel: Im Normalbetrieb hält das Netz den Akku geladen, bei Netzausfall schaltet die Leuchte automatisch auf Akkubetrieb und leuchtet für ihre Bemessungsbetriebsdauer, zum Beispiel eine oder drei Stunden. Kehrt das Netz zurück, schaltet sie in den Normalbetrieb zurück und lädt den Akku wieder auf. Weil jede Leuchte autark arbeitet, braucht ein Einzelbatteriesystem weder Batterieraum noch Funktionserhaltverkabelung zu einer Zentrale.
Was ist eine Einzelbatterieleuchte?
Eine Einzelbatterieleuchte (auch Einzelakkuleuchte, englisch self-contained emergency luminaire) ist eine Sicherheitsleuchte, die ihre Energiequelle für den Notbetrieb selbst mitbringt. Die Anforderungen an solche Leuchten legt DIN EN 60598-2-22 fest. Es gibt sie als Rettungszeichenleuchten, die den Fluchtweg kennzeichnen, und als Sicherheitsleuchten, die Rettungswege und Flächen ausleuchten.
Im Unterschied dazu werden bei Gruppen- und Zentralbatterieanlagen alle Leuchten von einer gemeinsamen Batterie über ein eigenes Leitungsnetz versorgt. Wie die Systeme sich insgesamt unterscheiden, zeigt der Vergleich Einzelbatterie oder Zentralbatterie; die zentrale Variante beschreibt der Beitrag Zentralbatterieanlage.
Wie ist eine Einzelbatterieleuchte aufgebaut?
Eine moderne LED-Notleuchte mit Einzelbatterie besteht im Kern aus vier Baugruppen:
| Baugruppe | Aufgabe |
|---|---|
| Akku | Speichert die Energie für den Notbetrieb, heute meist LiFePO4 oder ein anderer Lithium-Akku |
| Lade- und Steuerelektronik | Lädt den Akku, überwacht die Netzspannung, schaltet bei Netzausfall um und schützt den Akku vor Tiefentladung |
| LED-Leuchtmittel mit Optik | Erzeugt das Licht, die Optik verteilt es passend für Rettungsweg, Fläche oder Piktogramm |
| Status-LED und ggf. Funkmodul | Zeigt Betriebsbereitschaft, Ladung oder Fehler an, bei vernetzten Leuchten zusätzlich Kommunikation per Bus, Funk oder Bluetooth |
Hinzu kommen Gehäuse, Anschlussklemmen und bei Rettungszeichenleuchten das Piktogramm nach DIN ISO 7010.
Wie funktioniert eine Einzelbatterieleuchte im Betrieb?
Der Ablauf lässt sich in drei Zustände gliedern:
- Normalbetrieb: Die Leuchte ist an die allgemeine Stromversorgung angeschlossen. Die Ladeelektronik hält den Akku dauerhaft voll geladen, die Status-LED zeigt Betriebsbereitschaft.
- Notbetrieb: Fällt die Netzspannung aus oder unterschreitet sie einen festgelegten Wert, schaltet die Elektronik automatisch auf Akkubetrieb. Die LED leuchtet, bis das Netz zurückkehrt oder die Bemessungsbetriebsdauer erreicht ist. Die geforderten Einschaltzeiten und Beleuchtungsstärken regelt DIN EN 1838.
- Rückkehr und Wiederaufladung: Ist das Netz wieder da, schaltet die Leuchte in den Normalbetrieb zurück und lädt den Akku. Nach DIN EN 60598-2-22 muss die Bemessungsbetriebsdauer nach 24 Stunden Ladezeit wieder zur Verfügung stehen. Bis dahin ist die Leuchte nur eingeschränkt notbetriebsbereit.
Wichtig: Die Leuchte reagiert auf ihre eigene Zuleitung. Damit sie auch einschaltet, wenn nur die Allgemeinbeleuchtung eines Bereichs ausfällt, wird sie in der Regel am selben Stromkreis wie diese Allgemeinbeleuchtung angeschlossen.
Bereitschaftsschaltung oder Dauerschaltung?
Einzelbatterieleuchten lassen sich in zwei Betriebsarten betreiben:
| Betriebsart | Verhalten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Bereitschaftsschaltung | Leuchte ist im Normalbetrieb aus und schaltet sich erst bei Netzausfall ein | Sicherheitsleuchten zur Ausleuchtung von Rettungswegen und Flächen |
| Dauerschaltung | Leuchte leuchtet während der Nutzungszeit ständig und bei Netzausfall weiter | Rettungszeichenleuchten in vielen Arbeits- und Versammlungsstätten |
Viele Leuchten sind umschaltbar, etwa per Brücke an der Klemme oder per App. Welche Betriebsart für Ihr Gebäude gefordert ist, ergibt sich aus Baurecht, Baugenehmigung und Brandschutzkonzept; Details erklärt der Beitrag Arten der Notbeleuchtung.
Welche Rolle spielen Status-LED und Selbsttest?
Die Status-LED zeigt auf einen Blick, ob die Leuchte betriebsbereit ist, lädt oder einen Fehler hat. Die Farben und Blinkmuster sind herstellerspezifisch; was eine rote Anzeige typischerweise bedeutet, steht unter Notleuchte blinkt rot.
Selbstprüfende Einzelbatterieleuchten nach DIN EN 62034 führen die monatliche Funktionsprüfung und die jährliche Betriebsdauerprüfung automatisch durch. Das Ergebnis wird per Status-LED, über eine Zentrale (Bus oder Funk) oder per App ausgelesen. Die Pflicht zur Sichtkontrolle, Auswertung und Dokumentation bleibt beim Betreiber. Wie das im Detail abläuft, beschreibt der Beitrag Selbsttest bei Notleuchten.
Welcher Akku steckt in einer Einzelbatterieleuchte?
Üblich sind Nickel-Cadmium (NiCd), Nickel-Metallhydrid (NiMH) und Lithium-Akkus, vor allem Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4). LiFePO4 gilt als langlebig, thermisch stabil und frei von Memory-Effekt; NiCd wird wegen des giftigen Cadmiums zunehmend verdrängt. Klassische NiCd- und NiMH-Akkus werden in der Praxis häufig nach vier bis fünf Jahren getauscht.
Jeder Akku ist ein Verschleißteil und verliert mit den Jahren Kapazität, beschleunigt durch hohe Temperaturen im Gehäuse. Deshalb ist der jährliche Betriebsdauertest so wichtig. In NOTLUX-Leuchten steckt ein austauschbarer LiFePO4-Akku mit einer Lebensdauer von mindestens fünf Jahren. Akkutypen, Lebensdauer und Tausch im Detail: Akku der Notleuchte.
Was ist ein Notstromtreiber?
Ein Notstromtreiber (auch Notlichtmodul oder Notlicht-Einsatz) ist ein Modul aus Elektronik und separatem Akku, das eine normale LED-Leuchte zur Einzelbatterieleuchte macht. Im Normalbetrieb arbeitet die Leuchte mit ihrem eigenen Betriebsgerät, bei Netzausfall versorgt der Notstromtreiber das LED-Modul mit einer reduzierten Notlichtleistung aus dem Akku.
Das ist besonders bei Modernisierungen interessant: Vorhandene LED-Armaturen, zum Beispiel Panels oder Hallenstrahler, übernehmen zusätzlich die Sicherheitsbeleuchtung, sodass keine zusätzlichen Leuchten montiert werden müssen. Voraussetzung ist, dass Leuchte und Treiber für die Kombination geeignet sind und die Anforderungen nach DIN EN 1838 im Notbetrieb erfüllt werden. Mehr dazu unter Notbeleuchtung modernisieren.
Welche Vor- und Nachteile hat die Einzelbatterie?
| Vorteile | Nachteile und Grenzen |
|---|---|
| Kein Batterieraum und kein elektrischer Betriebsraum nötig | Viele einzelne Akkus, die geprüft und getauscht werden müssen |
| Keine Funktionserhaltverkabelung zu einer Zentrale | Wartung verteilt sich auf viele Geräte im Gebäude |
| Ausfall betrifft nur eine Leuchte | Hohe oder sehr niedrige Umgebungstemperaturen belasten den Akku |
| Leuchten lassen sich einzeln ergänzen oder versetzen | Ohne Selbsttest hoher Prüfaufwand je Leuchte |
| Nutzt die vorhandene Stromversorgung, gut für Bestand und Nachrüstung | Bei sehr vielen Leuchten kann eine zentrale Lösung wirtschaftlicher sein |
Mit selbstprüfenden Leuchten und langlebigen LiFePO4-Akkus fallen die klassischen Nachteile deutlich kleiner aus als früher. Die zulässige Umgebungstemperatur steht im Datenblatt der Leuchte und sollte bei Einbausituationen unter Dächern, in Technikräumen oder in Kühlbereichen geprüft werden.
Wie werden Einzelbatterieleuchten geprüft?
Für Einzelbatterieleuchten gelten dieselben Prüfpflichten wie für zentral versorgte Anlagen. Grundlage ist DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2024-10, die die frühere Vornorm DIN VDE V 0108-100-1 ersetzt (Übergangsfrist bis 27.05.2027):
| Intervall | Prüfung |
|---|---|
| Monatlich | Funktionsprüfung: Umschalten auf Notbetrieb, jede Leuchte leuchtet, anschließend Rückschaltung in den Normalbetrieb |
| Jährlich | Betriebsdauerprüfung über die volle Bemessungsbetriebsdauer |
| Alle 5 Jahre | Messung der Beleuchtungsstärke im Notbetrieb |
Ein tägliches Ablesen von Anzeigen entfällt, weil es keine Zentrale gibt. Für jede Anlage sollte die Prüfgrundlage festgelegt und im Prüfbuch dokumentiert werden, denn bei Bestandsanlagen können objektbezogen noch ältere Anforderungen gelten. Alle Fristen im Überblick: Prüffristen für Notbeleuchtung.
Praxistipp: Planen Sie den jährlichen Dauertest außerhalb der Nutzungszeit und berücksichtigen Sie, dass die Akkus danach bis zu 24 Stunden zum Wiederaufladen brauchen. Selbstprüfende Leuchten lassen sich dafür oft gestaffelt programmieren.
Welche Einzelbatterieleuchten bietet NOTLUX?
Alle Produkte der NOTLUX Serie 19 arbeiten als Einzelbatteriesystem mit automatischem Selbsttest nach EN 50172 und EN 62034 sowie Bluetooth und App für das digitale Prüfbuch: Rettungszeichenleuchte, Wegeleuchte, Notlicht kompakt und Einbau-Downlight mit LiFePO4-Akku und bis zu 3 Stunden Notbetrieb sowie Notstromtreiber mit Li-Ion-Akku und 90 Minuten Notbetrieb für bestehende LED-Leuchten. Im NOTLUX Wartungsvertrag sind eine Prüfung vor Ort pro Jahr, der Austausch aller Akkus im 5. bis 6. Jahr und Reparaturen während der Laufzeit enthalten.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Einzelbatterieleuchte?
Die Leuchte hängt am Netz, das ihren eingebauten Akku dauerhaft geladen hält. Fällt die Stromversorgung aus, schaltet die Elektronik automatisch auf Akkubetrieb und die LED leuchtet für die Bemessungsbetriebsdauer. Kehrt das Netz zurück, schaltet sie zurück und lädt den Akku wieder auf.
Wie lange leuchtet eine LED-Notleuchte bei Stromausfall?
So lange wie ihre Bemessungsbetriebsdauer, üblich sind eine oder drei Stunden, je nach Anforderung des Gebäudes. Welche Dauer gefordert ist, erklärt der Beitrag Betriebsdauer der Notbeleuchtung.
Wie lange dauert das Aufladen nach einem Stromausfall?
Nach DIN EN 60598-2-22 muss die volle Bemessungsbetriebsdauer nach 24 Stunden Ladezeit wieder zur Verfügung stehen. Nach längeren Stromausfällen oder dem jährlichen Dauertest sollte diese Ladezeit eingeplant werden.
Wie lange hält der Akku einer Einzelbatterieleuchte?
Das hängt von Akkutyp, Temperatur und Herstellerangabe ab. NiCd- und NiMH-Akkus werden häufig nach vier bis fünf Jahren getauscht, LiFePO4-Akkus halten bei geeigneter Elektronik meist länger. NOTLUX-Leuchten nutzen austauschbare LiFePO4-Akkus mit mindestens fünf Jahren Lebensdauer.
Brauchen Einzelbatterieleuchten Funktionserhalt?
Nein, nicht für die Versorgung im Notfall, weil der Akku in der Leuchte sitzt. Fällt die Zuleitung aus, schaltet die Leuchte auf ihren Akku um. Funktionserhalt betrifft vor allem Leitungen, über die eine Zentralbatterie ihre Leuchten versorgt.
Kann man eine normale LED-Leuchte zur Notleuchte umrüsten?
Ja, mit einem Notstromtreiber, sofern Leuchte und Treiber für die Kombination geeignet sind. Im Notbetrieb müssen die lichttechnischen Anforderungen nach DIN EN 1838 erfüllt werden; das sollte eine Fachfirma planen und prüfen.
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