Technik

Notbeleuchtung modernisieren: LED, Selbsttest, Notstromtreiber

7 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbH
Kurz gesagt

Eine Modernisierung der Notbeleuchtung ist sinnvoll, wenn Leuchtstofflampen oder NiCd-Akkus verbaut sind, Störungen sich häufen, Ersatzteile fehlen, die Dokumentation lückenhaft ist oder sich die Gebäudenutzung geändert hat. Üblich ist die Umrüstung auf LED-Sicherheitsleuchten mit Einzelbatterie und automatischem Selbsttest oder die Nachrüstung bestehender LED-Leuchten mit Notstromtreibern. Am Anfang steht immer eine Bestandsaufnahme vor Ort.

Wann ist eine Modernisierung sinnvoll?

Eine Modernisierung der Notbeleuchtung ist der geplante Austausch oder die Nachrüstung einer bestehenden Anlage, um sie technisch, normativ und dokumentarisch auf einen aktuellen Stand zu bringen. Sie ist nicht automatisch Pflicht, nur weil eine Anlage alt ist – solange sie die Anforderungen erfüllt und nachweislich geprüft wird. In der Praxis treffen bei älteren Anlagen aber oft mehrere Probleme zusammen.

Typische Anzeichen:

  • Leuchtstofflampen in den Notleuchten: Seit 2023 dürfen die meisten Leuchtstofflampen nach der EU-RoHS-Richtlinie nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Ersatz wird knapp und teuer.
  • NiCd- oder alte NiMH-Akkus: Sie altern spürbar, verlieren Kapazität und schaffen die geforderte Betriebsdauer im Jahrestest oft nicht mehr. NiCd enthält zudem das Schwermetall Cadmium.
  • Häufige Störungen: Rot blinkende Status-LEDs, wiederkehrende Akkufehler, Leuchten, die im Funktionstest ausfallen.
  • Keine Ersatzteile: Hersteller nicht mehr am Markt, passende Akkus oder Vorschaltgeräte nicht lieferbar.
  • Fehlende oder lückenhafte Dokumentation: Kein Prüfbuch, keine lichttechnische Berechnung, keine Anlagenpläne.
  • Geänderte Nutzung: Umbau, neue Raumaufteilung, neue Rettungswege oder eine Nutzungsänderung, etwa vom Lager zur Verkaufsfläche.
  • Hoher Prüfaufwand: Manuelle Monatsprüfungen in großen Gebäuden oder an schwer erreichbaren Leuchten.

Was die einzelnen Fehlerbilder bedeuten, erklärt der Artikel Notleuchte blinkt rot.

Welche Vorteile bringt LED in der Notbeleuchtung?

KriteriumAlte Anlage (Leuchtstofflampe, NiCd)Moderne LED-Anlage (LiFePO4, Selbsttest)
Leistungsaufnahmehöher, Lampe und Vorschaltgerätdeutlich geringer bei gleicher Lichtwirkung
Lebensdauer Leuchtmittelbegrenzt, regelmäßiger Lampentauschtypischerweise mehrere zehntausend Betriebsstunden, kein Lampentausch
AkkuNiCd/NiMH, empfindlich gegenüber Wärme und DauerladungLiFePO4, zyklenfest und langlebig
Prüfungmanuell, jede Leuchte einzelnautomatischer Selbsttest nach DIN EN 62034
DokumentationPapier, lückenanfälligdigitales Protokoll, exportierbar
Ersatzteilezunehmend schwer erhältlichaktuell verfügbar

Ein wesentlicher Teil des Nutzens liegt nicht im Energieverbrauch, sondern in der Prüfung: Leuchten mit automatischem Selbsttest führen Funktions- und Betriebsdauertest selbstständig durch und protokollieren das Ergebnis. Mehr dazu im Artikel Selbsttest bei Notleuchten. Zu den Akkutechnologien siehe Akkus in Notleuchten.

Welche Nachrüstoptionen gibt es?

Kompletter Austausch der Sicherheitsleuchten

Der häufigste Weg ist der Tausch alter Notleuchten und Rettungszeichenleuchten gegen LED-Leuchten mit integriertem Akku. Bei Einzelbatteriesystemen sitzt der Akku in jeder Leuchte, die Leuchte hängt an der normalen Versorgung. Batterieraum und funktionserhaltende Verkabelung entfallen. Das macht den Umstieg im Bestand vergleichsweise unkompliziert.

Notstromtreiber für bestehende LED-Leuchten

Wurde die Allgemeinbeleuchtung bereits auf LED umgestellt, kann ein Teil dieser Leuchten mit einem Notstromtreiber zur Sicherheitsleuchte werden. Ein Notstromtreiber ist ein Modul mit eigenem Akku, das bei Netzausfall die LED-Leuchte mit reduzierter Leistung weiterbetreibt. Das bietet sich besonders bei Hallen an, in denen zusätzliche Notleuchten in großer Höhe aufwendig wären. NOTLUX bietet dafür Notstromtreiber für bestehende LED-Armaturen und eine IP65-Variante für LED-Hallenstrahler bis 300 W, jeweils mit 90 Minuten Notbetrieb.

Wichtig: Wer eine Leuchte nachträglich verändert, übernimmt in der Regel Verantwortung für deren Konformität. Die umgebaute Leuchte muss die Anforderungen an Sicherheitsleuchten nach DIN EN 60598-2-22 erfüllen, und die Betriebsdauer des Treibers muss zur geforderten Bemessungsbetriebsdauer passen. Wo drei Stunden verlangt sind, reicht ein 90-Minuten-Treiber nicht.

Zentralbatterie oder Einzelbatterie?

Bei bestehenden Zentralbatterieanlagen stellt sich die Frage, ob die Zentrale modernisiert oder auf Einzelbatterie umgestellt wird. Das hängt von Gebäudegröße, Zustand der Leitungsanlage und Anforderungen des Brandschutzkonzepts ab. Eine Entscheidungshilfe gibt der Artikel Einzelbatterie oder Zentralbatterie.

Wie läuft eine Modernisierung ab?

  • Bestandsaufnahme vor Ort: Erfassung aller Leuchten, Rettungszeichen, Schaltarten, Akkus und Stromkreise, Prüfung der vorhandenen Dokumentation und der aktuellen Rettungswege.
  • Konzept: Abgleich mit den geltenden Anforderungen (DIN EN 1838, DIN EN 50172, DIN VDE V 0108-100-1, Baugenehmigung, Brandschutzkonzept), lichttechnische Berechnung, Auswahl der Leuchten und Optiken, Festlegung der Betriebsdauer.
  • Installation: Austausch oder Nachrüstung, abgestimmt auf Betriebszeiten, abschnittsweise statt auf einen Schlag.
  • Übergabe und Dokumentation: Erstprüfung, Funktions- und Betriebsdauertest, Übergabe von Anlagenplan, Berechnung und Prüfbuch.
  • Wartung: Laufende Prüfungen nach festen Fristen, Akkutausch nach Herstellervorgabe, Anpassung bei Umbauten.

NOTLUX dokumentiert Prüfungen und Wartung digital per App; die verbauten LiFePO4-Akkus sind austauschbar und halten mindestens fünf Jahre. Im Wartungsvertrag sind die jährliche Prüfung, der Austausch aller Akkus im 5. bis 6. Jahr und Reparaturen enthalten.

Praxistipp: Lassen Sie bei der Bestandsaufnahme auch prüfen, ob die vorhandenen Rettungswege und Rettungszeichen noch zur heutigen Nutzung passen. Viele Anlagen sind technisch intakt, beschildern aber Wege, die es nach Umbauten so nicht mehr gibt.

Wie vermeidet man Ausfallzeiten während des Umbaus?

Während der Modernisierung muss die Sicherheit des Gebäudes gewährleistet bleiben. Bewährt haben sich:

  • Abschnittsweises Vorgehen: Bereich für Bereich umrüsten, sodass jederzeit eine funktionierende Sicherheitsbeleuchtung vorhanden ist.
  • Arbeiten in Randzeiten: Nachts, am Wochenende oder in Betriebspausen, besonders in Produktion, Handel und Gastronomie.
  • Neue Leuchten zuerst montieren: Bei Einzelbatterieleuchten können neue Leuchten gesetzt und in Betrieb genommen werden, bevor die alten demontiert werden.
  • Akkuladezeit einplanen: Neue Akkus brauchen nach der Installation Zeit zum Vollladen, bevor der erste Betriebsdauertest aussagekräftig ist.
  • Ersatzmaßnahmen absprechen: Ist ein Bereich zeitweise ohne Sicherheitsbeleuchtung, sind organisatorische Ersatzmaßnahmen nötig, abgestimmt mit der verantwortlichen Person für den Brandschutz.

Checkliste: Ist Ihre Notbeleuchtung ein Kandidat für die Modernisierung?

  • Sind noch Leuchtstofflampen oder NiCd-Akkus verbaut?
  • Fallen im Jahrestest Leuchten wegen zu kurzer Betriebsdauer durch?
  • Sind Ersatzteile für alle Leuchtentypen verfügbar?
  • Gibt es ein vollständiges Prüfbuch für die letzten Jahre?
  • Liegt eine lichttechnische Berechnung vor, die zur heutigen Raumaufteilung passt?
  • Entsprechen die Rettungszeichen der DIN EN ISO 7010?
  • Ist der monatliche Prüfaufwand mit den vorhandenen Personalressourcen leistbar?

Beantworten Sie eine der ersten beiden Fragen mit Ja oder eine der übrigen mit Nein, lohnt sich eine Bestandsaufnahme.

Häufige Fragen

Muss eine alte Notbeleuchtung ausgetauscht werden?

Nicht allein wegen ihres Alters. Solange sie die geltenden Anforderungen erfüllt, die Prüfungen bestanden werden und alles dokumentiert ist, kann sie weiter betrieben werden. Ein Austausch wird nötig, wenn Prüfungen nicht mehr bestanden werden, Ersatzteile fehlen oder sich die Anforderungen durch Umbau oder Nutzungsänderung ändern.

Kann man bestehende LED-Leuchten zur Notbeleuchtung umrüsten?

Ja, mit einem Notstromtreiber, der die Leuchte bei Netzausfall aus einem eigenen Akku weiterbetreibt. Die umgebaute Leuchte muss die Anforderungen an Sicherheitsleuchten erfüllen, und die Betriebsdauer muss zur Vorgabe für das Gebäude passen.

Darf man Leuchtstofflampen in Notleuchten noch verwenden?

Vorhandene Lampen dürfen weiter betrieben werden. Die meisten Leuchtstofflampen dürfen in der EU seit 2023 aber nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden, sodass Ersatz zunehmend schwer zu bekommen ist.

Wie lange dauert eine Modernisierung?

Das hängt von Gebäudegröße, Anzahl der Leuchten und Zugänglichkeit ab. Bei Einzelbatteriesystemen ist der Tausch pro Leuchte meist schnell erledigt. Den größten Zeitanteil machen oft Planung, Abstimmung und das abschnittsweise Arbeiten im laufenden Betrieb aus.

Was gehört zur Übergabe nach der Modernisierung?

Eine Erstprüfung mit Funktions- und Betriebsdauertest, ein aktueller Anlagenplan, die lichttechnische Berechnung und ein Prüfbuch, in dem künftige Prüfungen dokumentiert werden. Bei selbstprüfenden Leuchten kommt der Zugang zum digitalen Prüfprotokoll hinzu.

Redaktion NOTLUX · TRiALED GmbHFachredaktion für Not- und Sicherheitsbeleuchtung
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