In Dauerschaltung leuchtet eine Notleuchte während der Nutzungszeit ständig und bei Netzausfall ohne Unterbrechung weiter; in Bereitschaftsschaltung ist sie im Normalbetrieb aus und schaltet sich erst bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung ein. Rettungszeichenleuchten werden in vielen Arbeits- und Versammlungsstätten in Dauerschaltung betrieben, Sicherheitsleuchten zur Ausleuchtung von Rettungswegen meist in Bereitschaftsschaltung. Welche Schaltungsart gefordert ist, ergibt sich in der Regel aus Baurecht, Baugenehmigung und Brandschutzkonzept.
Was bedeuten Dauerschaltung und Bereitschaftsschaltung?
Die Schaltungsart (auch Betriebsart) beschreibt, wann eine Notleuchte leuchtet: nur im Notfall oder auch im Normalbetrieb. Sie ist unabhängig davon, ob die Leuchte einen eigenen Akku hat oder von einer Zentralbatterie versorgt wird.
| Schaltungsart | Definition | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Dauerschaltung (Dauerlicht) | Die Leuchte ist während der Nutzungszeit ständig eingeschaltet und leuchtet bei Netzausfall weiter | Rettungszeichenleuchten in vielen Arbeits- und Versammlungsstätten |
| Bereitschaftsschaltung (Bereitschaftslicht) | Die Leuchte ist im Normalbetrieb aus und schaltet sich erst bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung ein | Sicherheitsleuchten zur Ausleuchtung von Rettungswegen und Flächen |
| Geschaltetes Dauerlicht | Die Leuchte wird gemeinsam mit der Allgemeinbeleuchtung geschaltet und bei Netzausfall automatisch in den Notbetrieb gesetzt | Räume, in denen das Zeichen nur bei Nutzung leuchten soll |
Im englischsprachigen Raum heißen die Betriebsarten maintained (Dauerschaltung) und non-maintained (Bereitschaftsschaltung). Einen Überblick über alle Arten der Notbeleuchtung gibt der Artikel Arten der Notbeleuchtung.
Wie funktioniert die Dauerschaltung?
In Dauerschaltung wird das Leuchtmittel im Normalbetrieb aus dem Netz versorgt. Fällt die Netzspannung aus, übernimmt der Akku in der Leuchte oder die zentrale Batterie die Versorgung, ohne dass die Leuchte erkennbar ausgeht. Für Rettungszeichen hat das einen klaren Vorteil: Das Zeichen ist jederzeit sichtbar, Personen prägen sich Fluchtrichtung und Ausgang schon im Alltag ein, und ein ausgefallenes Leuchtmittel fällt bei jedem Rundgang sofort auf.
Wie funktioniert die Bereitschaftsschaltung?
In Bereitschaftsschaltung bleibt die Leuchte dunkel, solange die allgemeine Stromversorgung vorhanden ist; die Ladeelektronik hält lediglich den Akku voll. Erst bei Netzausfall schaltet sie ein und leuchtet den Rettungsweg aus. Das ist die übliche Lösung für Sicherheitsleuchten ohne Piktogramm, weil die Allgemeinbeleuchtung im Normalbetrieb ohnehin für Licht sorgt. Ein defektes Leuchtmittel ist im Alltag allerdings nicht zu sehen – es fällt erst bei der Funktionsprüfung oder dem Selbsttest auf.
Was ist geschaltetes Dauerlicht?
Beim geschalteten Dauerlicht leuchtet die Notleuchte nur, wenn auch die Allgemeinbeleuchtung des Raums eingeschaltet ist, etwa über den Lichtschalter oder eine Steuerung. Bei Netzausfall geht sie unabhängig davon in den Notbetrieb. Diese Variante kommt infrage, wenn ein Raum nicht dauerhaft genutzt wird und das Zeichen nur während der Nutzung leuchten soll. Ob sie zulässig ist, hängt von Gebäudeart und den Vorgaben für das Objekt ab. Wichtig ist, dass die Leuchte dauerhaft an einer ungeschalteten Phase für die Ladung und Netzüberwachung angeschlossen bleibt; sonst würde sie das Ausschalten des Lichts als Netzausfall werten.
Wo müssen Rettungszeichenleuchten in Dauerschaltung betrieben werden?
Eine einheitliche Regel für alle Gebäude gibt es nicht. In Deutschland wird Dauerschaltung für Rettungszeichen in der Regel dort gefordert, wo sich viele, häufig ortsunkundige Personen aufhalten oder wo Räume während der Nutzung verdunkelt sein können. Typische Beispiele:
- Versammlungsstätten: Die Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO) und die entsprechenden Landesverordnungen sehen in der Regel vor, dass Rettungszeichen während des Betriebs ständig beleuchtet sind.
- Verkaufsstätten: Rettungszeichen werden häufig in Dauerschaltung betrieben, damit Kunden den Weg zum Ausgang jederzeit erkennen.
- Beherbergungsstätten, Krankenhäuser und Heime: Hier sind Personen auch nachts anwesend; Dauerschaltung ist für Rettungszeichen häufig gefordert.
- Betriebsmäßig verdunkelte Räume: etwa Kinosäle, Bühnen oder Veranstaltungsräume, in denen Zeichen ohne eigene Beleuchtung nicht erkennbar wären.
Maßgeblich für Ihr Gebäude sind Landesbauordnung und Sonderbauvorschriften, die Baugenehmigung und das Brandschutzkonzept. Die frühere Vornorm DIN VDE V 0108-100-1, die durch DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2024-10 ersetzt wird, wird dabei häufig noch als Orientierung herangezogen. In Arbeitsstätten ohne Sonderbaueigenschaft ergibt sich die Schaltungsart aus der Gefährdungsbeurteilung und den Vorgaben der ASR A2.3 und ASR A3.4. Welche Gebäude überhaupt Notbeleuchtung brauchen, erklärt Wann ist Notbeleuchtung Pflicht?.
Praxistipp: Notieren Sie in der Leuchtenliste des Prüfbuchs für jede Leuchte die Schaltungsart. Wird eine Rettungszeichenleuchte versehentlich an einen geschalteten Stromkreis angeschlossen, meldet sie im ausgeschalteten Zustand häufig einen Netzausfall – und entlädt ihren Akku.
Wie viel Energie kostet die Dauerschaltung?
Seit Rettungszeichenleuchten mit LED arbeiten, ist der Energiebedarf der Dauerschaltung gering. Eine Beispielrechnung für eine LED-Rettungszeichenleuchte mit 2 W Leistungsaufnahme im Dauerbetrieb:
- 2 W × 8.760 Stunden im Jahr = rund 17,5 kWh pro Jahr und Leuchte.
- Bei 30 Leuchten sind das rund 525 kWh pro Jahr.
Ältere Rettungszeichenleuchten mit Leuchtstofflampe und konventionellem Vorschaltgerät nahmen ein Mehrfaches dieser Leistung auf; zudem mussten die Lampen regelmäßig gewechselt werden. Die genaue Leistungsaufnahme steht im Datenblatt. Wer eine ältere Anlage umrüsten möchte, findet Hinweise im Artikel Notbeleuchtung modernisieren.
Welchen Einfluss hat die Schaltungsart auf den Akku?
Bei Einzelbatterieleuchten wird das Leuchtmittel in Dauerschaltung im Normalbetrieb aus dem Netz versorgt, nicht aus dem Akku. Der Akku wird also nicht stärker entladen als in Bereitschaftsschaltung. Ein Unterschied kann sich aber über die Temperatur ergeben: Ein ständig leuchtendes Leuchtmittel erzeugt Wärme im Gehäuse, und erhöhte Temperatur beschleunigt die Alterung von Akkus. Wie stark sich das auswirkt, hängt von Leuchtenkonstruktion, Leistung und Einbausituation ab. Moderne LED-Leuchten mit geringer Leistung und temperaturstabilen Akkus wie LiFePO4 sind hier deutlich unkritischer als ältere Bauformen. Mehr zu Akkutypen im Artikel Akku für Notleuchten.
Auch die geforderte Bemessungsbetriebsdauer kann mit der Schaltungsart zusammenhängen: In Gebäuden mit nächtlicher Nutzung werden je nach Regelwerk und Schaltungsart längere Betriebsdauern wie 8 Stunden genannt. Details im Artikel Betriebsdauer der Notbeleuchtung.
Woran erkennt man die Schaltungsart einer Leuchte?
Die Schaltungsart, für die eine Notleuchte ausgelegt ist, ist auf dem Typenschild und im Datenblatt angegeben. Die Produktnorm DIN EN 60598-2-22 sieht dafür eine Kennzeichnung mit einem Kurzcode vor. Darin steht unter anderem ein Buchstabe für die Versorgungsart (X für Einzelbatterie, Z für zentrale Versorgung), eine Ziffer für die Betriebsart (0 für Bereitschaftsschaltung, 1 für Dauerschaltung) und die Bemessungsbetriebsdauer in Minuten. Weitere Zeichen können zusätzliche Funktionen wie eine Prüfeinrichtung kennzeichnen. Die vollständige Legende steht im Datenblatt des Herstellers.
Viele Leuchten lassen sich bei der Installation auf Dauer- oder Bereitschaftsschaltung einstellen, etwa über die Art des Anschlusses oder einen Schalter. Wie eine Leuchte tatsächlich betrieben wird, entscheidet deshalb der Anschluss vor Ort – er sollte in der Übergabedokumentation festgehalten sein.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dauerschaltung und Bereitschaftsschaltung?
In Dauerschaltung leuchtet die Notleuchte während der Nutzungszeit ständig und bei Netzausfall weiter. In Bereitschaftsschaltung ist sie im Normalbetrieb aus und schaltet sich erst bei Netzausfall ein. Welche Schaltung gefordert ist, ergibt sich aus Nutzung, Baurecht und Brandschutzkonzept.
Müssen Rettungszeichenleuchten immer dauerhaft leuchten?
Nicht in jedem Gebäude, aber in vielen. In Versammlungsstätten, Verkaufsstätten und Gebäuden mit nächtlicher Nutzung wird Dauerschaltung für Rettungszeichen in der Regel gefordert. Maßgeblich sind Baugenehmigung, Sonderbauvorschriften und Brandschutzkonzept.
Darf ich eine Rettungszeichenleuchte nachts ausschalten?
Wenn Dauerschaltung gefordert ist, nicht während der Nutzungszeit. Manche Anlagen erlauben außerhalb der Nutzungszeit eine Ruhe- oder Sperrfunktion, die jedoch so ausgeführt sein muss, dass die Sicherheitsbeleuchtung bei Bedarf zur Verfügung steht. Ob das zulässig ist, klären Sie mit Ihrem Fachplaner oder der Elektrofachkraft.
Verbraucht die Dauerschaltung viel Strom?
Mit LED kaum noch. Eine LED-Rettungszeichenleuchte mit 2 W kommt im Dauerbetrieb auf rund 17,5 kWh pro Jahr. Ältere Leuchten mit Leuchtstofflampe benötigten ein Mehrfaches.
Altert der Akku in Dauerschaltung schneller?
Der Akku wird in Dauerschaltung nicht zusätzlich entladen, weil das Leuchtmittel im Normalbetrieb aus dem Netz versorgt wird. Die Wärme des ständig leuchtenden Leuchtmittels kann die Alterung aber beschleunigen. Bei modernen LED-Leuchten mit geringer Leistung ist dieser Effekt in der Regel gering.
Was ist geschaltetes Dauerlicht?
Beim geschalteten Dauerlicht leuchtet die Notleuchte zusammen mit der Allgemeinbeleuchtung des Raums und geht bei Netzausfall automatisch in den Notbetrieb. Die Ladung bleibt über eine ungeschaltete Zuleitung erhalten. Ob diese Variante zulässig ist, hängt von den Vorgaben für das Gebäude ab.
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